Du willst wissen, was wir von dir wissen?

Bei der Datenkrake Nummer 1, namentlich "Schufa", saßen wohl die meisten irgendwann, zumindest jeder, der in Berlin eine Wohnung sucht(e). Da zieht man seine Nummer, füllt einen Antrag aus, sitzt (immernoch Berlin) in einem mehr oder weniger offenen Raum und lauscht, während man die eigene Auskunft bekommt, am Nachbartisch. Will man dann das ganze gedruckt mit nach Hause nehmen, löhnt man 7,50 €.

Das ganze wird zum 1. April entschärft, man darf 1x im Jahr kostenlos anfragen und ggf. auch korrigieren lassen. Dass die Schufa darüber nicht sonderlich glücklich ist, glaube ich ungesehen. Die Reaktion darauf mutet allerdings ein wenig ... hmm... albern? kindisch? an:
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Ich fass das mal zusammen...

Beck gibt Tips, wie man aus der Arbeitslosigkeit rauskommt, die Presse wittert ne Story und schleift den Deliquenten zum Friseur, der will jetzt aber scheinbar nicht mehr mitspielen und das brave, deutsche Volk hat wieder die Bestätigung, dass das Prekariat es ja garnicht anders will...

Alle Jahre wieder...

... vor einem Jahr...

... und scheinbar pünktlich zur großen Weihnachtsdepression wieder hervorgekramt:

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... da isset wieder....

Ich finde den Gedanken...

... als HartzIV- Empfänger eine eidestattliche Versicherung abzugeben, in der man erklärt, das man mit seinen Mitbewohnern nicht ins Bett geht, irgendwie leicht absurd.

Wenn es nicht so real wär...

... ich würde drüber schmunzeln und was von Sience Fiction der 40-70iger Jahre (Die hatten einen bewundernswerten Weitblick damals.) faseln. Es ist real. Wer nicht nachweist, wie auch immer das gehen soll, das nichts mit dem Mitbewohner/in läuft, in derem Portemonnaie (Zwiebelleder, wie meine Mutter immer zu schimpfen pflegte. :o) ) könnts demnächst arg eng aussehen.

Die Rede ist von HartzIV, welcher der Korrupt neuerdings liebevoll mit HIV abkürzt. Ich begrüße dieses Kürzel.

Zudem kommt dann noch eine Art Reallife- WGA hinzu, ein automatischer, ständiger Datenabgleich des Arbeitslosen hinter seinem Rücken, ob da nicht doch wer schummelt.

Es ist mit dem Menschenbild des Grundgesetzes nicht zu vereinbaren, auf diese Weise alle Arbeitsuchenden, die Grundsicherung beanspruchen, unter Generalverdacht zu stellen.

...bringts der Berliner Datenschutz hier auf den Punkt, welcher ebenso bei anderen Schüffelaktionen gilt, wie zum Beispiel die Abfrage von Kraftfahrtbundesamt aus rein präventativen Gründen. Auch am Telefon darf geschwiegen werden, Auskünfte an die vom Amt beauftragten, privaten Callcenteragenturen, ob sich denn in etwas geändert hätte im Leben des Deliquenten, sind völlig freiwillig. Nur leider wissen das die wenigsten, obwohl sie ausdrücklich drauf hingewiesen werden sollten.

In die Wohnung muß man auch niemanden unangemeldet lassen, denn, auch wenn man all die Leute da draußen mit Paragraphen noch und nöcher, mit Sanktionen und Bürokratie in den Wahnsinn treibt, wir haben noch immer ein Grundgesetz, das in Artikel 13 die Unverletzlichkeit der Wohnung sichert.
Das sagt man den Leuten aber nicht. Der dumme Pöbel, in Existenzängste versetzt, ist auch viel leichter zu kontrollieren.
Auf die üblichen Anspielungen des GG verzicht ich an dieser Stelle mal ganz bewußt. Selbst bei demjenigen, der abends die Bild zum Feierabendbier liest, sollte es an der ein oder anderen Stelle *klick* machen.

(Und nun schimpft mich wieder elitär, aber ich glaube nicht daran, das der Mensch per sé dumm, sondern einfach nur zu faul (zum denken) ist.)

Wo wir hier eh gerade am berliner buschfunken sind:

Den Wahl - Snailmailspam, also der Werbemüll, der im Briefkasten und danach in dem Pappkarton darunter, (der Reallifespamfilter :o) ) muss man abstellen. Schriftlich und hochoffiziell und spätestens bis zum 19. Juni 2006 bei einem Bürgeramt (die hießen mal Meldestelle, sind aber trotz des Human- Wortes nicht wirklich humaner geworden) oder unter der Adresse :

Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten
Zentrale Ordnungsaufgaben Einwohnerwesen
Friedrichstraße 219
10958 Berlin

Einen Musterbrief dafür gibts hier.

Man kann auch mit einen Personalausweis oder einem RFID- Radiosender Reisepass persönlich vor- und widersprechen, wenn man denn einen Nachmittag frei hat und den gern mit einer Nummer in der Hand unter wartenden Menschen verbringen möchte.

Dix: â??Nur so kann der Bürger verhindern, dass seine Daten bei Parteien und sonstigen Wahlbewerbern landen, mit denen er eigentlich nichts zu tun haben will.â??

Na, wenn das nichts ist? Da lohnt sich doch glatt die Briefmarke, nicht wahr?

Im übrigen ist das eine einmalige Prozedur dir bis zum Widerruf durch einen selbst gilt. Also auch fürs nächste Jahr. (Wenn man es optimistisch betrachtet.)

(nachlesen)

Da war doch noch was...

Wo ichs drüben beim tw_24 gerade lese mit der Aufstockung des deutschen Kampfmaterials, fällt mir gerade ein, dass da an meiner Küchenwand ein Bild hängt, was ich schon lange mal bloggen wollt.

Es ist gruselig, aber ganz so fern seh ich den Gedanken gerade nicht.

Hartz-IV-Betreuer müssen in den Wettbewerb

"Wir werden die Arbeitsgemeinschaften künftig vor allem an zwei Punkten
messen: Wie entwickelt sich die Summe der ausgezahlten Grundsicherung
und wie viele Arbeitslose haben sie in Beschäftigung vermittelt",
schildert Alt. Diese Ergebnisse sollen dann mit den Erfolgen anderer
Arbeitsgemeinschaften verglichen werden.

Was sich mir noch immer nicht erschliesst: Wenn es keine Jobs gibt, wo bitte sollen sie hinvermitteln? Die Konsequenz aus diesem Konkurrenzdruck werden "1 Euro-Jobs" sein... staatlich subventionierte Sklavenarbeit... über welche sich das Dummvolk aufregt, es aber mit ihrem "Mütter, die zu Hause bleiben, sind asozial" -Geplärre fördert... um sich im nächsten Augenblick aufzuregen, das es a) später keine Rente geben wird und b) die Kinder heute eh alle verzogen/asozial/kriminell und dumm sind.
Wundert mich bei dieser Bild-Zeitungsleser-Gesellschaft kein bisschen...
Das Kind ist in den Brunnen gefallen... das Dummvolk ist hinreichend manipuliert... die Wahlen können kommen.

N24.de - Hartz-IV-Betreuer müssen in den Wettbewerb

Wie mache ich auf mich aufmerksam?

...nicht wahr, Frau Anwältin?...
Als ich diesen Artikel schrieb, habe ich vorher noch nicht nach diesem Thema gegoogelt.
Nun hab ich es getan und falle vor Lachen vom Stuhl!
Diese Mechthild Garweg hat das Netz ganz jeck gemacht...das Web diskutiert ernsthaft, ob sie sich jetzt Sorgen machen müssen!
Ich habe hier gerade einen kurzen Artikel über dieses Thema gefunden.
Der Autor erwähnt den Begriff �Gesellschaftlicher Grundkonsens�.
Ich erwähne mal so nebenbei: Art. 1 Abs. 1 GG.
Weiss jemand, was das bedeutet?
Na?
Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Zwar gibt es im Prostitutionsgesetz einen Paragrafen, der es verbietet, Frauen zum Sex zu zwingen.
Der, so Anwältin Garweg, gelte aber nur für Zuhälter.

Wollen wir mal "Zuhälter" definieren?
Für mich ist ein Zuhälter ein Mensch, der mich zur Prostitution zwingt.
Apropos Zwangsprostitution:
# Art. 1: "Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren." Den Zwangsprostituierten werden Würde und Rechte genommen.
# Art. 2: "Jeder Mensch hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeine Unterscheidung, wie etwa nach ... Geschlecht ... oder sonstigen Umständen." Den Zwangsprostituierten werden diese Rechte vorenthalten, da sie Frauen sind und oft als Leibeigene betrachtet werden.
# Art. 3: "Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person." Zwangsprostituierte werden nicht selten ermordet, leben unfrei und genießen keinerlei Sicherheit.
# Art. 4: "Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel sind in allen Formen verboten." Zwnagsprostituierte werden wie Sklaven oder Leibeigene behandel und von den Tätern wie Sachen gehandelt.
# Art. 5: "Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung ... unterworfen werden." Zwangsprostituierte werden nicht selten gefoltert, nahezu immer unmenschlich und erniedrigend behandelt.

(Quelle)
Und was sagt uns das? Niemand kann euch dazu zwingen.
Btw. Warum redet denn das Netz nur von den Frauen?
Wenn es an dem wäre, müssten auch die Männer anschaffen gehn... ;)

Also manchmal frage ich mich, ob die Leute keine echten Probleme haben...

It's not a bug...it's a feature...

heise online - Hartz-IV-Software: Ein Feature, kein Fehler

Die Berechnung des Arbeitslosengeld II (Alg-II) auf der Grundlage eines Jahres mit 360 Tagen ist kein Softwarefehler, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) und T-Systems als Software-Lieferant feststellen. Ziel sei vielmehr eine Vereinfachung der Rechengänge, durch die die Ansprüche von Arbeitslosen einfacher und schneller geprüft werden können, erklärte eine BA-Sprecherin gegenüber den Westfälischen Nachrichten. Diese hatten gemeldet, dass die Bundesagentur mit der Verkürzung des Jahres Millionen spare.

öhm...dumme Frage vielleicht...aber was ist mit den restlichen 5 Tagen?

2 Seiten ham wa: [1] 2
Epistaxis - a nose bleed