sweet for my sweet...sugar for my honey

yellowpillm sweet for my sweet...sugar for my honey
(Bild: Kai Raven)

In Bezug auf einen Telepolis-Artikel:

So böse es klingt:
Die Nebenwirkungen können gar nicht genug sein...
Vielleicht bringt es die Leute endlich mal dazu, ihr Leben zu überdenken als sich zu sedieren...
Viele "Krankheiten" gibt es einfach nicht...wohl aber die Medikamente...
(Seitenblick auf "soziale Phobie" oder "ADS")
Hab gerade in meinem Pschyrembel nachgeschaut...

Sozial|phobie f: (engl.) social phobia; dauerhafte, unangemessene Furcht vor u. Vermeidung von Situationen, in denen Pat. mit anderen Menschen zu tun haben; das Spektrum reicht von der Furcht vor öffentl. Sprechen bis zur Aufgabe fast aller zwischenmenschl. Aktivitäten

=> Extrem schüchtern...das ist alles...was dieser Patient braucht, ist keine Pille sondern die Couch, wenn es denn schon eine Therapie sein muss...

Wer sich nun seine Schüchternheit "wegsediert"...schnell wieder "ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft" werden möchte, der rechne bitte mit folgenden Nebenwirkungen:

Sehr häufig (> 10%): �?belk., Diarrhoe/weicher Stuhl, Mundtrockenheit, Tremor, Schwindel, Schlaflosigk., Somnolenz, Anorexie, Sexualstör. (hauptsächl. Ejakulationsverzögerungen). Häufig (1-10%): Dyspepsie (Anmerkung von mir: =Verdauungsstörungen), vermehrtes Schwitzen, Asthenie, Müdigk., Hitzewallungen, Hautausschlag, Brustschmerz, Palpitationen (=subjektiv als unangenehm empfundenes Herzklopfen), Verstopfung, abdominelle Schmerzen (abdominielle Schmerzen =Bauchschmerzen), Erbrechen, Tinnitus, Kopfschm., Bewegungsstör. (einschlie�?l. extrapyramidale Sympt.: Hyperkinesie (motorische Unruhe), erhöhter Muskeltonus (= erhöhte Muskelspannung), Zähneknirschen, Gangstör.), Parästhesie (=Sensibilitätsstörungen...Kribbeln oder taubes, schmerzhaft brennendes Gefühl), Hypästhesie (= Herabsetzung der Wahrnehmung von Sinnesreizen), Gähnen, Agitiertheit (= motorische Unruhe als gesteigerter Bewegungsdrang, will sagen: alle Gefühle bzw. gefühlsmässige Erregungen (Wut, Freude, etc,...) werden unkontrolliert in Bewegungen umgesetzt.), Angst, Menstruationsstör., Sehstör. Gelegentl. (0,1-1%): Unwohlsein, Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme, Fieber, Purpura, veränderte Funkt. d. Blutplättchen, veränderte Blutungsneigung (Epistaxis, gastrointestinale Blutungen (=Magen- und Darmblutungen), Hämaturie), Pruritus (=Juckreiz), Alopezie, Erythema multiforme, schwere Leberstör. (Hepatitis, Gelbsucht, Leberversagen). Erhöh. d. Serumtransaminasen (=Leberenzyme...will sagen: die Leber leidet drunter) revers. nach Absetzen, periph. �?deme (=Wassereinlagerungen in der Beinen), Hypertonie (=Bluthochdruck), periorbitale �?deme (=geschwollene Augen), Synkope, Tachykardie, abnorme Laborwerte, verstärkter Appetit, Pankreatitis, Mydriasis, Migräne, Euphorie, depressive Sympt., Halluzinat., Manie, Hypomanie, Arthralgie (=Gelenkschmerz), Muskelschmerzen, Harninkontinenz. Selten (0,01-0,1%): anaphylaktoide/allerg. Reakt., Allergie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Gynäkomastie, Hyperprolaktinämie, Galaktorrhoe (= eine spontane milchige Absonderung aus der Brustdrüse ausserhalb der Stillzeit) , Hypothyreose, Syndrom d. inadäquaten ADH-Sekretion , Lichtempfindlichk. d. Haut, Urtikaria, Quincke-�?dem, schwere Hautexfoliation (z.B. Stevens-Johnson-Syndrom, epidermale Nekrolyse), Priapismus, unwillkürl. Muskelkontraktionen, Koma, Krampfanfälle, Sympt., die mit einem Serotonin-Syndr. assoziiert sind bzw. in einigen Fällen mit serotonergen Arzneim. auftauchten: Agitiertheit, Verwirrung, Diaphorese, Diarrhoe, Fieber, Hypertonie, Rigidität, Tachykardie. Libidoverlust (Frauen u. Männer), Alpträume, aggressive Reakt., Psychose, Bronchospasmus, Hyponatriämie revers. nach Absetzen (mögl. Zus.-hang m. Syndrom d. inadäquaten ADH-Sekretion bes. b. ält. Pat. u. Pat. mit Diuretika-Medikation bzw. and. Medikamente), erhöhte Serumcholesterinwerte, Gesichtsödem, Harnretention (=Retention=>Rückstau). Vereinz. nach Absetzen Absetzsymptomatik: Agitiertheit, Angst, Schwindel, Kopfschm., �?belk., Parästhesie.

Eigendlich haben sie ja recht...besser Magersüchtig und Impotent als "Kontaktschwierigkeiten"...

Weiter im Text...was bitte ist denn eine

Aufmerksamkeits|defizit-Hyper|aktivitäts|störung: (engl.) attention deficit hyperactivity disorder; Komb. von Aufmerksamkeitsstörung mit überaktivem, impulsivem Verhalten, häufig auch mit Störung des Sozialverhaltens; Beginn vor dem 7. Lj.; 3-5 % der Schulkinder (v. a. Jungen) sind betroffen. Biol. u. konstitutionelle Faktoren sind für die Entstehung, psychosoziale Faktoren für die Aufrechterhaltung verantwortlich. Ther.: Verhaltenstherapie (Aufmerksamkeits- u. Strategietraining, operante Techniken); evtl. pharmak. Psychostimulation zur Steigerung der Aufmerksamkeit; Progn.: meist Abschwächung der Sympt. im jungen Erwachsenenalter

=> ein normales, quirliges Kind...nicht ausgelastet, um es mal platt auszudrücken...
...und weil es Mama und Papa nervt, geben wir ihm mal fix Amphetamine...Methylphenidat, um genau zu sein...allgemein bekannt unter dem Namen Ritalin.

Schaun wir doch mal auf die Nebenwirkungen...

Sehr häufig: Schlafstör., verstärkte Reizbark., Appetitlosigk.,Magenbeschw., klingen im Laufe der Ther. zumeist ab, Magenbeschw. können durch gleichz. Verabreich. m. Nahrungsmitteln gelindert werden; Kopfschm., Schwindel; b. Erw. m. Narkolepsie sehr häufig: Konzentrat.-mangel, Geräuschempfindlichk., Schwitzen; häufig: Schläfrigk., Dyskinesien, Agitat. (Unruhe, �?berregbark., aggress. Verhaltensweisen), Veränd. d. Herzfrequenz (meist Tachykardien, Arrythmien (=Herzrythmusstörungen), Palpitat.), Veränd. d. Blutdrucks (meist Erhöh., �?belk., Erbr., Mundtrockenh., �?berempfindlichk.-reakt., allerg. Hautreakt. (z.B. Pruritus, Urtikaria), Haarausf., Fieber, Arthralgien, gelegentl.: Gewichtsverlust, gering verzög. Wachstumsgeschwindigk. b. der Langzeitther. v. Kdrn.); selt.: Akkomodationsstör. u. verschwomm. Sehen, Angina, pect.; sehr selt.: Hyperaktivität, Krampfanf., Muskelkrämpfe, Choreoathetose (=anfallsweise Bewegungsstörungen), Auslös. v. Tics u. Verhaltensstereotypien (=Wiederholungen), Exazerbat. v. besteh. Tics u. eines Tourette.Syndr., tox. Psychosen, vorübergeh. depress. Verstimm., Entzünd. od. Verschluss v. Hirngefä�?en, vermehrtes Träumen, gestörte Leberfunkt., Durchf., Verstopf., thrombozytop. Purpura, Dermatitis exfol. (Ausschlag und Bläschen), Erythema multif., angioneurot. �?deme. B. Erw. m. Narkolepsien: Entzünd. der Mundschleimh.; Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie (Blutarmut). B. plötzl. Absetzen können Rebound-Phänomene, wie erhöh. Schlafbedürfnis, Hei�?hunger, Verstimm., Depress., psychot. Reakt. u. Kreislaufregulationsstör. auftr. B. chron. nicht bestimm.-gemä�?. Gebrauch kann Methylphenidat zu Toleranzentwickl.(=zu deutsch, der Körper hat sich daran gewöhnt, es "wirkt" nicht mehr) u. psych. Abhäng. führen. B. bestimm.-gemäß. Gebrauch in den zugelass. Anw.-gebieten ist eine Abhängigk.-gefahr prakt. nicht vorhanden.

All das wollen wir den Kindern antun, weil sie kleine Zappelphillipe sind?
Weil sie nicht stillsitzen wollen, Mama nicht stören sollen...weil wir zu faul sind, uns mit ihnen zu beschäftigen?

Korrekterweise noch die Quellenangaben:
(1) Brain 2.0
(2) Das heimische Bücherregal, insbesondere Pschyrembel und Gelbe Liste
(3) Wikipedia
(4) Google
(5) und zu guter letzt: meine persönliche hausinterne medizinische Fachkraft...;)

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TP: Antidepressiva unter Kritik

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  1. Getippselt von raven am 13.01.05 um 20:54

    Jetzt weiß ich, was passiert, wenn man die "yellow pill" nimmt ;) Gut geschrieben (auch das mit der Verlinkung). Mit fällt da spontan die Formulierung "sich selbst erfüllende Krankheitsprognose" zu ein. Tja, auch die Pharmakonzerne schöpfen ihren Profit aus der Verelendung der Leute, zu der sie mit beitragen.

Ick will mal wat sagen... »»

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